Historische Meile

Hier findest du die schönsten Sehenswürdigkeiten Nürnbergs. Egal, ob du zu Gast bist oder hier lebst, die “Historische Meile” bietet wunderschöne Plätze, die du gesehen haben solltest.
Die Historische Meile führt mit einem wegweisenden Schildersystem zu den bedeutendsten historischen Bauwerken in der Altstadt; sie verschafft den Touristen einen Überblick über die traditionsreiche Vergangenheit der Stadt. Aber auch Ortskundige sollten wieder einmal Zeit finden, die Atmosphäre um die bekannten Monumente zu erfahren, z.B. inmitten der verwinkelten Gassen der Altstadt, auf ihren Plätzen und unter ihren Chörlein.

Stadtbefestigung
Noch vor 1350 begann der Bau der letzten Stadtbefestigung. Sie erweiterte die alte Befestigung um ca. 200 bis 350 m, so dass sich das Stadtgebiet verdoppelte.1452/55 war der fünf Kilometer lange Maierring geschlossen.

Marthakirche
1356/1363 gestiftet, 1385 geweiht (Pilgrimspital mit Kirce “St. Marthae hospitae Domini zu Ehren”, Stiftung des Patriziers Conrad Waldstromer und seiner Frau Agnes Pfinzing). Hier wurden Messen für durchreisende Pilger gelesen.

Klarakirche
1241 erstmals erwähnter Magdalenerinnen-(Reuterinnen-)Konvent; 1279 Anschluss an den Klarissenorden. Blütezeit um 1500: bedeutendes Scriptorium (Schreibstube), Instandhaltung kaiserlicher Gewänder.

Mauthalle
Die Mauthalle (errichtet 1498-1502) war mit 84 x 20 x 29 m (L x B x H) der größte Getreidespeicher der zwölf städtischen Kornhäuser. In Krisen war so die Versorgung gesichert. Seit 1572 Nutzung auch als Stadtwaage und Zollamt (Maut). 1897/98 Umnutzung zum Geschäftshaus.

Lorenzkirche
Ende des 13. Jh. begannen die Bauarbeiten an der dreischiffigen Basilika mit den Seitenkapellen an den Nebenschiffen. Konrad Heinzelmann errichtete 1439-1477 den breiten Hallenchor mit Umgang und Kapellen. Französische Kathedralen waren Vorbild für die schmalen Arkandenjoche mit Kreuzrippengewölben und hoher Wandzone. Sie sind in ihrer architektonischen Nüchternheit eine deutsche Sonderform. Die Doppelturmfassade besticht mit ihrem Mittelteil: Figurenportal, Rosette und Ziergiebel. St. Lorenz wurde nach der Kriegszerstörung dem mittelalterlichen Zustand gemäß wiederaufgebaut.

Nassauerhaus
Eines der besterhaltenen Beispiele mittelalterlicher Turmhäuser (Adelshäuser).

Heilig-Geist-Spital
Das Heilig-Geist-Spital wurde 1332-39 als Stiftung des reichen Patriziers Konrad Groß (Reichsschultheiß) für Alte und Bedürfte errichtet und gilt als die umfangreichste Stiftung einer Einzelperson im Reich vor 1500. Ab 1500 wurde es nach Entwürfen Hans Beheims d.Ä. mit “Sude” und “Bau” über die Pegnitz erweitert. Erhalten sind Sudenprediger- und Verwalterhaus (längs des südlichen Pegnitzarms) und die Nordwand der ehemaligen Spitalkirche mit polygonalem Dachreiter (Hans-Sachs-Platz). In der nicht wiederhergestellten Kirche wurden von 1424 bis 1796 die Reichskleinodien aufbewahrt. Im Hanselhof befindet sich die älteste große Gussplastik Nürnbergs.

Exkurs
Synagogendenkmal (Spitalbrücke) Mahnmal anstelle der 1874 im maurisch-byzantinischen Stil erbauten und 1938 durch die Nationalsozialisten niedergerissene Synagoge. Schuldturm (Heubrücke). Ursprünglich zwei zur vorletzten Stadtumwallung gehörende Türme (ca. 1323) am Pegnitzeinfluss, später als “Männer- und Weibereisen” bezeichnet, Gefängnis für verschuldete Personen. Katharinenruine (Peter-Vischer-Straße). Mauerreste der 1295 gestifteten Kirche des Katharinenklosters (Dominikanerinnen).

Frauenkirche
1355-58 ließ Kaiser Karl IV. anstelle der abgerissenen Synagoge (Pogrom 1349) die 1. gotische Hallenkirche Frankens, als dreischiffige kaiserliche Hofkapelle errichten. Reiche Innenausstattung: Peringsdörfer-Epitaph (um 1498) mit Schutzmantelmadonnan und Rebecksches Epitaph (1500) mit Marienkrönung von Adam Kraft. Der Tucheraltar (um 1445) gilt als bedeutendstes Werk der Tafelmalerei der Zeit vor Dürer.

Hauptmarkt
Im 12. Jahrhundert wurde das damalige Sumpfgebiet den Juden überlassen. Als um 1320 der Ring der Stadtbefestigung geschlossen wurde, lag das Judenviertel im Stadtzentrum. 1349 ließ der Rat mit Zustimmung Karl IV. das Ghetto und die Synagoge abreißen, um Platz für Märkte zu schaffen. Mehr als 600 Juden wurden bei diesem Pogrom ermordet. In der Adventszeit stehen hier die Buden des weltberühmten Christkindlesmarktes (der im 17. Jahrhundert entstand).

Schöner Brunnen
Um 1385-96 vom Parlier und Steinmetz Heinrich Beheim erbaut (19 m hohe Steinpyramide).

Rathaus
Komplex aus mehreren Bauabschnitten: Ältester Teil ist der 1332-40 errichtete 40 m lange gotische Rathaussaal, einst größter profaner Saalbau nördlich der Alpen. 1520 legten Albrecht Dürer und der Humanist Willibald Pirckheimer die Ikonographie für die Wandbemalung fest. 1649 fand hier nach Abschluss des 30-jährigen Krieges das Friedensmahl statt.

Fembohaus
Nürnbergs größtes erhaltenes Bürgerhaus der Renaissance wurde 1591-96 von dem niederländischen Kaufmann van Oryl vermutlich durch Jakob Wolff d.Ä. errichtet. Seinen Namen erhielt es vom späteren Besitzer Georg Christoph Franz Fembo (19. Jh.).

Exkurs
Tucherschloss (Hirschelgasse) 1533-1544 als Gartenschloss der Patrizierfamilie Tucher erbaut. Seit 1971 Museum zur Geschichte der Patrizier:
Pellerhaus (Egidienplatz): Ehemals schönstes, 1602-07 von Jakob Wolff d.Ä. im manieristischen Stil erbautes Nürnberger Bürgerhaus mit reichen Hofgalerien.
Sieben Zeilen (Webersplatz): 1489 auf dem Stadtgraben der vorletzten Stadtbefestigung errichtete fünfzeilige Anlage von 15 Reihenhäusern zur Ansiedlung schwäbischer Barchentweber.

Kaiserburg
Hier wurden die meisten Reichs und Hoftage im Mittelalter abgehalten und alle Kaiser des Heiligen Römischen Reichs von 1050-1571 hielten sich hier auf. Der Baukomplex glieder sich in:

  1. Reste der Burggrafenburg
  2. Kaiserburg
  3. Reichsstädtische Bauten

“Nuornberc”
Der Felsenberg als Namensgeber der Stadt Nürnberg: Abteilung von althoch-deutsch “nuor”, “nor” = Fels.

Handwerkerhäuschen
Entlang der Gasse “Am Ölberg” stehen, fast pittoresk anmutend, noch einige sehr kleine Häuschen, die die Zerstörungen des Krieges überstanden haben.

Pilatushaus
Spätgotisches Wohnhaus von 1489.

Tiergärtnertorturm/-platz
Der quadratische Turm (Teil der Stadtmauer aus der zweiten Hälfte des 13. Jh.) beherrscht den abschüssigen Platz mit dem Schöpfbrunnen.

Exkurs
Johannisfriedhof (Johannisstraße) – Wegen seiner einheitlichen Anlage mit historischen liegenden (genormten) Grabsteinen weltbekannter Friedhof.
Hesperidengärten (Johannisstraße) – Vor den Stadtmauern liegende mittelalterliche Gärten der Nürnberger Bürgerschaft.
Adam-Kraft-Kreuzweg (Burgschmietstraße, Johannisstraße) – Sieben ehem. freistehende Renaissancereliefs von Adam Kraft: Leidensweg vom Tiergärtnertor (Pilaturhaus) zum Johannisfriedhof.

Albrecht-Dürer-Haus
Das Albrecht-Dürer-Haus wurde um 1420 in der typischen Mischbauweise eines Nürnberger Bürgerhauses mit Sandsteinsockel und Fachwerk erbaut. 1502 hatte sein Besitzer, der Astronom Bernhard Walther, eine Seite des erkergeschmückten Daches um ein Stockwerk anheben lassen. Von 1509 bis 1528 lebte und arbeitet darin Albrecht Dürer.

Historischer Kunstbunker
Hinter einem roten Tor verborgen liegt Nürnbergs eindrucksvollste Bunkeranlage, in der weltbekannte Kunstwerke wie zum Beispiel die Reichskleinodien, Kupferstiche Albrecht Dürers, der Globus Martin Behaims, der Engelsgruß von Veit Stoß oder das “Männleinlaufen” den II. Weltkrieg unbeschadet überstanden.

Krämersgassen
Die Straßenecke an den beiden Krämersgassen gehört zu den besterhaltenen Partien der heutigen Altstadt.

Felsengänge (Dürerplatz)
Seit Jahrhunderten wurden im Untergrund des Burgbergs eine Vielzahl an Gewölben und Gängen aus dem Fels geschlagen.
Seit 1380 zur Herstellung und Lagerung von Bier genutzt. Während des letzten Krieges fanden in den Gewölben viele Bürger Schutz vor den Luftangriffen. Zu besichtigen sind diese historischen Bauanlagen vier mal täglich.

Schürstabhaus
Das mächtige Gebäude weist bis zum Dachfirst sieben (und im östlichen Teil sogar acht) Geschosse auf. Es gehört von 1328 bis 1470 der vermögenden Patrizierfamilie Schürstab, die um 1380 das schönste Glasfenster im neuerbauten Chor der Sebalduskirche stiftete.

Sebalduskirche
Erbaut ab ca. 1230 als doppelchörige spätromanische Pfeilerbasilika mit Langhaus, Querhaus und Zweiturmfassade im Westen. Von diesem spätromanischen Bau stammt der erhöhte Westchor und das Mittelschiff. Ab 1309 wurden die Seitenschiffe im gotischen Stil verbreitert. 1361-1379 Errichtung des dreischiffigen Hallenchores.

Sebalder Pfarrhof
Dort wohnte der Sebalder Klerus: Prediger, Diakone, “Schaffer” (Verwalter) und Bedienstete und rund um die Uhr war in der “Wöchnerstube” im wöchentlichen Wechsel immer jemand bereit, Sterbenden die Letzte Ölung zu spenden.

Hallersches Haus (Spielzeugmuseum)
1517 als patrizisches Anwesen des Wilhelm Haller d.Ä. erstmals erwähnt. Eine bauliche Besonderheit: Die “Dockengalerie”, eine für die Stadt typische hölzerne Galerie, die um einen Innenhof gebaut, der Erschließung der umliegenden Häuser diente.
1971 wurde das Haus umgebaut und beherbergt seither das Nürnberger Spielzeugmuseum.

Weißgerbergasse
Etwas zwanzig historische Häuser haben hier den Krieg überlebt und geben eine Vorstellung vom ursprünglichen Aussehen vieler Altstadtstraßen.

Kettensteg
Der Kettensteg befindet sich am Altstadt-Ausfluss der Pegnitz und ist die älteste freischwebende Hängebrücke Deutschlands.

Weinstadel
Der Weinstadel zählt zu den schönsten Gebäuden Nürnbergs. Zwei Fachwerggeschoss ragen über dem Erdgeschoss aus Sandsteinquadern vor. In dem 1446/68 errichteten Siechenhaus waren Leprakranke untergebracht. Ab ca. 1571 diente der Bau als Weinlager, später als Arbeits- und Spinnhaus und Unterkunft für arme Familien. 1950 Umbau zum Studentenwohnheim.

Unschlittplatz
An der Westseite des Unschlittplatzes stehen drei Häuser (Nr. 8-12), die in ihrem Kern aus dem 16.und 17. Jahrhundert stammen. Historische Bedeutung und Berühmtheit erlangte der Platz 1828, als hier erstmals der rätselhafte Kaspar Hauser mit einem Briefkuvert auftauchte, das ihn als Findelkind auswies.

Umschlitthaus
1491 von Hans Beheim d.Ä. erbaut. Der Bau gehört zu den seiben Kornhäusern (Stadtwappen an der Hausecke), die der Rat im 15. Jh. errichten ließ. 76 Dachluken sorgten für die Belüftung der Kornböden.

Henkersteg
1457 als Holzsteg errichtet. Vom 16.-19. Jh. wohnte im Turm und dem gedeckten Wehrgang über der Pegnitz der Henger. Der Scharfrichter musste innerhalb der Stadt “abgesondert” wohnen, da seine Tätigkeit als “unehrlich” angesehen wurde. So fürchteten die Bürger bis zur Zeit der Aufklärung jeglichen körperlichen Kontakt mit dem Henker, aus Sorge, dadurch als “unehrlich” infiziert und somit aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden.

An den Fleischbänken
Im Mittelalter verkauften hier die Metzger nach Fleischsorten getrennt ihre Waren.

Nürnberg ist die zweitgrößte Stadt Bayerns, der innovative Mittelpunkt der Metropolregion Nürnberg, eine Messe- und Kongressstadt und der Standort eines boomenden Airports. Aber vor allem zählt Nürnberg im Städtetourismus zu den zehn beliebtesten Zielen Deutschlands. Auch wenn den Nürnbergern ihr Christkindlesmarkt-, Bratwurst- und Lebkuchenimage viel zu einseitig ist: Die Gäste der Stadt zieht es an. Stolz sind die Nürnberger auf “ihren” Dürer und auf die Burg. Alles andere als stolz ist man auf Nürnbergs Rolle während des “Dritten Reichs”. Allerdings suchen Besucher aus aller Welt in der heutigen Friedensstadt mitunter ganz gezielt Spuren aus dieser Zeit.

Die “Historische Meile” Nürnbergs soll die historische und kunsthistorische Vergangenheit unserer Stadt markieren, deren Blüte im Mittelalter lag und deren wichtigste, zum Teil zerstörte historische Bauwerke wiederaufgebaut wurden.

Sie wurde als ein touristischer Rundgang geplant, der die Besucher zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Nürnberger Altstadt führt. Dabei sollen sich die Besucher einen Überblick verschaffen, soll ihr Appetit geweckt werden, sich mit dem einen oder anderen Angebot intensiver zu beschäftigen – am nächsten Tag vielleicht oder bei einem weiteren Besuch in der Stadt.